MenuSuche
27.10.2017

HANDBALL | EINE HERZENSANGELEGENHEIT

Handball ist ein Spiel, das für den Schulsport geradezu prädestiniert ist: einfache Spielregeln, wenig Material, lernen im Team zu spielen, zu gewinnen und zu verlieren. Doch bedauerlicherweise hat Handball in den letzten Jahren seine Position verloren, durch das immense Sportangebot, zum Beispiel durch die Abkehr vom Teamsport oder durch Trendsportarten. Fabian Lüchinger hilft mit, verlorenes Terrain zurück zu erobern.

GC Amicitia unterstützt die Bestrebungen Terrain zurück zu gewinnen. An vorderster Front ist Fabian Lüchinger tätig, Verantwortlicher für die Foxi-Kids von GC Amicitia. Zusammen mit Trainern und Spitzenhandballern bringt er mit verschiedensten Aktivitäten Handball (wieder) in die Schulhäuser.

GC Amicitia übernimmt Ausbildungs-Verantwortung

Der Rückgang ist sicher auch damit verbunden, dass die Schweiz seit einigen Jahren keine grosse Rolle mehr im internationalen Vergleich spielt, der Jugend Vorbilder fehlen. Zudem ist Handball in den Medien praktisch inexistent. Deshalb wird GC Amicitia aktiv und seiner Verantwortung als grösster Zürcher Handballclub und Ausbildner gerecht und macht Werbung für den Handballsport. Dies nicht ganz uneigennützig, denn ohne Nachwuchs kein Fortbestand oder keine Weiterentwicklung. Im Raum Zürich gibt es eine grössere Zahl von Handballclubs, die mangels Ressourcen keine umfassende Ausbildung bieten können, GC Amicitia, deren Teams ausnahmslos in allen Altersstufen auf höchstem Niveau spielen, stellt sich hingegen dieser mit grossem Aufwand verbundenen Aufgabe.

Fabian Lüchinger vom Fussball zum Handball

Federführend in diesem Bereich ist der Leiter der Foxi-Kids, bei denen die jüngsten Handballer von GC Amicitia zusammengefasst sind. Fabian Lüchinger (32) hat Sportwissenschaften an der ETH Zürich studiert, arbeitet hauptberuflich als Sportlehrer, entschied sich bald einmal für Handball, obwohl er früher glühender Fan von GC Fussball war: „Koller, Türkyilmaz, Lombardo, Modovan etc, das war meine Zeit in der GC Fankurve im Stadion Hardturm...“ Seit gut zehn Jahren trainiert er bei GC Amicitia eine Leistungsmannschaft, derzeit die U13. Daneben betreut er die Trainer der sieben weiteren Teams der Foxi-Kids, vornehmlich in administrativen und organisatorischen Belangen, organisiert interne Turniere und Showtrainings. Lüchinger: „Die Kids sind für unseren Club die Zukunft.“

Das von GC Amicitia angebotene Package, den Handballsport zur Jugend zu bringen ist vielfältig. Fabian Lüchinger: „Wir bieten zum Beispiel den Schulen an, an deren Sporttagen Handballturniere unter unserer Ägide durchzuführen, stellen dabei Trainer und Spitzenhandballer als Betreuer oder auch Schiedsrichter. Wir sind am Schüeli aktiv, ebenso beteiligen wir uns bei „Talent Zürich“, dem Sportförderungsprogramm der Stadt Zürich.“ Dort werden talentierte Sportlerinnen und Sportler im Jugendalter in verschiedenen Sportarten, eben auch Handball gefördert. „Unser "Bereichsleiter männlicher Nachwuchs" Thomas Rosser ist nicht nur Mitinitiator, er ist dort auch als Trainer aktiv tätig. Die Vereine haben Gelegenheit, sich diesem Kreis von Nachwuchssportlern zu präsentieren und sie für ihre Sportart zu begeistern.“

Mehrere Aufgaben und Jobs

Für Fabian Lüchinger ist die Akquisition junger Spielerinnen und Spieler eine Herzensangelegenheit. Der Umgang mit der Jugend macht ihm Spass, ist deshalb auch als Sportlehrer tätig (am privaten Gymnasium Unterstrass). Weil Lüchinger ein umtriebiger Mann ist, gibt er zudem an zwei weiteren Schulen einige Stunden Turnunterricht. Mit breitem Grinsen im Gesicht meint er: „Diesen Mix brauche ich, da alle meine Jobs nur mässig honoriert sind... Ich komme aber gut über die Runden, vor allem auch, weil ich an allen Tätigkeiten viel Spass und Befriedigung habe.“ Insgesamt wendet Fabian Lüchinger 70 Prozent seiner Arbeitszeit aufgteilt in drei Schulen auf. Die restliche Kapazität verteilt er auf seine Tätigkeiten bei GC Amicitia und betreut in seiner knapp bemessenen Freizeit als Spielertrainer eine von ihm gegründete Plausch-Handballmannschaft beim Akademischen Sportverein Zürich (ASVZ). Spielen kann er mit seinen Kollegen derzeit allerdings nach einem kürzlich erlittenen Kreuzbandriss nich, übt aber selbstverständlich seine Tätigkeiten trotzdem aus und hofft, die Übungen bald auch wieder selbst vortragen zu können. 

Eugen Desiderato