MenuSuche
27.10.2017

FUSSBALL | ZWEI HOFFNUNGSVOLLE TALENTE

Nedim Bajrami und Petar Pusic, zwei Namen, die sich der Fussballfreund merken sollte. Beide 18-Jährigen durchliefen die GC-Nachwuchsschule und wurden im Februar dieses Jahres ins Kader der GC Super League-Mannschaft aufgenommen. Beide drückten mehr oder weniger die Ersatzbank, schafften aber zu Beginn dieser Saison den Sprung ins Team, Bajrami in den letzten Spielen sogar in die Stammformation, Pusic als erfolgreicher Einwechselspieler. Er ersetzt meistens den isländischen Nationalspieler Sigurjonsson, was schon zeigt, über welche Qualitäten der Youngster verfügt. Pusic wie Bajrami gehören zu den Senkrechtstartern in der noch jungen Saison und sind derzeit die jüngsten Torschützen der Super League. Beiden gelang ihr erster Treffer in der höchsten Spielklasse im Auswärtsspiel gegen den FC Lugano. Bajrami hat im Derby gar "nachgelegt", als er das zwischenzeitliche 2:0 erzielte (am Ende hiess es 4:0 für GC).

Wie fühlt man sich als „jüngster Torschütze“ der Saison?

Nedim Bajrami: „Ich geniesse das schöne Gefühl.“

Petar Pusic: „Es gibt nur ein Wort, „hervorragend“.

Wie hast Du den Moment wahrgenommen, als Dir der erste Super League-Treffer gelungen war? Wie im Moment des Geschehens, wie einige Tage danach?

N.B. „Für mich war es im ersten Moment ein sensationelles Gefühl und die Freude über den Sieg hielt auch noch Tage danach an.“

P.P. „Da kamen Emotionen hoch, ich fühlte mich wie in einem Film. Aber bald habe ich mich wieder auf die Aufgabe konzentriert und versucht, die geforderte Leistung zu bringen.“

Vor nicht allzu langer Zeit spieltest Du, Petar, im GC Nachwuchs, jetzt wurdest Du für einen gestandenen Internationalen (Sigurjonsson) eingewechselt, was bedeutet das für Dich?

P.P. „Es ist nicht selbstverständlich, gegen einen gestandenen Spieler eingewechselt zu werden. Es fühlt sich sehr schön an, aber ich muss auch mindestens so spielen, wie er aufgehört hat, deswegen ist es auch eine Verantwortung.“

Nedim, in den letzten Partien gehörtest Du zum Stamm, überzeugtest durch eine grosse Portion Selbstvertrauen und übernahmst auch Verantwortung. Wir danken dabei an Deinen Treffer in Lugano. Du bist Richtung gegnerisches Tor gelaufen, neben Dir Petar Pusic. Du hattest die Nerven, selbst abzuschliessen – und hast getroffen. Auf die Frage, ob Du Petar nicht gesehen hättest, sagtest Du trocken „doch“. War der Pass zu Deinem Kollegen für Dich keine Option?

N.B. „Ich schaute zweimal zu Petar hinüber, doch er stand ein bisschen zu weit hinten, da habe ich selbst geschossen – und getroffen.“

Petar, was hast Du in jenem Moment gedacht?

P.P. „Ich habe mich gewundert, warum er nicht zu mir spielt. Aber er hat getroffen, danach gab es für mich keine Argumente, zu reklamieren. Wäre das nicht so ausgegangen, hätte er nach dem Spiel sicher einiges von mir gehört...“ (lacht).

Drei Minuten später hattest aber auch Du Dein Erfolgserlebnis, Marko Basic hatte Dich bedient und Du hast getroffen...

P.P. „Genau. Das war der schönste Moment in meiner bisherigen Karriere. Hoffentlich werden weitere solche Erfolgserlebnisse folgen.“

Nedim hat kürzlich einen Vierjahresvertrag unterzeichnet, wie sieht Deine Vertragssituation aus?

P.P. „Ich bin bis 2022 an GC gebunden.“

Seit Murat Yakin die Verantwortung für das Team übernommen hat seid Ihr in die in die Spur gekommen. Unter dem neuen Coach ging noch kein Spiel verloren. Wie wichtig ist diese Entwicklung auch für Eure persönlich Entwicklung?

N.B. „Das ist sehr wichtig, nicht nur für einen jungen Spieler.“

P.P. Es fällt uns alles viel einfacher, wenn die Mannschaft erfolgreich spielt. Als Einzelspieler kann man eigentlich nur dann Fortschritte erzielen, wenn die Mannschaft reüssiert.“

Wie schätzt Ihr Eure aktuelle Situation ein, habt Ihr den Sprung geschafft, werdet Ihr bald zu den arrivierten Spielern gehören?

N.B. „Die Beziehung zu den erfahrenen Spielern ist wichtig. Ja, den Sprung in die erste Mannschaft habe ich geschafft, jetzt muss aber Spiel für Spiel die Bestätigung folgen. Der Weg zum Stammspieler ist lang.“

P.P. Der erste Schritt ist getan, jetzt liegt es auch an mir, mich entsprechend weiter zu entwickeln. Mit der Zeit wird alles kommen, da mache ich mir keine allzu grossen Sorgen.“

Der Weg in die höchste Liga ist ein steiniger. Wie hart war er für Euch, wieviele Entbehrungen musstet Ihr „ertragen“. Denkt Ihr, dass Euch etwas fehlt?

N.B. „Am meisten schlägt zu Buche, dass ich nicht viel Freizeit habe.“

P.P. „Es gab einige Rückschläge auf meinem Weg. In der Tat, ich muss auf vieles verzichten, auf Freizeit, Freunde, Familie – für alles habe ich viel weniger Zeit zur Verfügung.

Blenden wir zurück. Wo seid Ihr aufgewachsen, wie zum GC gekommen?

N.B. „Nach sechs Monaten beim FC Regensdorf bestritt ich ein Probetraining beim Grasshopper Club und wurde aufgenommen.“

P.P. „Ich habe bei der Schaffhauser Auswahl, den Munotplayers gespielt und bin dann zur GC U13 gestossen. Ich wohne immer noch zu Hause bei meinen Eltern.“

Welcher Anteil für Euren Erfolg gehört Euren Eltern? Wie haben sie Euch unterstützt – oder gar angetrieben?

N.B. „Egal wie, wann und wo – meine Familie ist mein grosser Rückhalt, sie hat mich immer bestens unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin.“

P.P. „Mein Erfolg ist auch ihr Erfolg. Wir sind eine verschworene Einheit, mein Vater so etwas wie mein zweiter Trainer. Er war und ist immer und überall dabei.“

Wie macht Ihr Euch für eine allfällige „fussballfreie“ Zukunft für das Leben fit?

N.B. „Ich bin überzeugt, dass Fussball immer ein Teil von mir sein wird.“
P.P. „Ende dieses Jahres beende ich meine vierjährige KV Lehre.“

Welche Schlagzeile möchtest Du in fünf Jahren über Dich lesen?

N.B. „Nedim Bajrami dirigierte die Schweizer Nati an die EM.
P.P. „Pusic qualifizierte sich mit GC für die Champions League.“

Interview: Eugen Desiderato