Schon vor dem Spiel zeigt sich, dass der Abend für die Zürcher in der Westschweiz harzig sein würde: Die Anreise mit dem Car verläuft wegen des Verkehrs rund um die Metropole nur extrem langsam, der Anpfiff wird sogar um eine halbe Stunde nach hinten verschoben und trotzdem müssen die Jungs ordentlich auf die Tube drücken, um überhaupt noch ein einigermassen effizientes Warmup hinter sich bringen zu können. Am Anfang der Partie scheint es noch so, als hätte die knappe Ankunft der Mannschaft von Coach Carreño nichts ausgemacht; die ersten 10 Spielminuten gestalten sich ausgeglichen, beide Teams erzielen schon früh viele Tore. Dann, nach diesen offenen ersten 10 Minuten jedoch, beginnt der Motor bei den Gästen zu stocken. Die Abwehr der Limmatstädter findet keinen Zugriff, vor allem den gegnerischen Topscorer Drenit Tahirukaj, der in der vergangenen Spielzeit noch beim HSC Kreuzlingen in der QHL auf Torejagd ging, bekommt man nicht in den Griff. Zeitgleich schleichen sich offensiv technische Fehler und eine mangelnde Durchschlagskraft in den Zweikämpfen ein, wodurch die Hausherren bis zur Halbzeit dann einen komfortablen Vorsprung von sieben Toren aufbauen können. Zum Pausentee steht das Resultat mit 20:13 deutlich zugunsten der Gastgeber.
In der zweiten Halbzeit beweisen die Blauweissen dann nochmals Kampfgeist; das Pausenresultat lassen sie nicht einfach so auf sich sitzen und gestalten bis zur 45. Minute so ausgeglichen, dass der Vorsprung nicht noch mehr anwachsen kann. Zwar erleiden die Zürcher dann noch ein kleines Zwischentief, in dem die Genfer den Vorsprung nochmals kurzzeitig erweitern können, aber vor allem in die Schlussphase zeigen die Jung-Hoppers, dass sie auch trotz eines kleinen Kaders viel noch mit einem der Top-Teams der Liga mithalten können. So legt die junge Equipe in den letzten 10 Handball-Minuten vor Weihnachten nochmals alles auf die Platte und beweist dabei vor allem auch viel Teamgeist. Sinnbildlich dafür: Rückraumspieler Adrian Balsiger, der in dieser Saison bisher vor allem defensiv zum Zuge kam, glänzt in der Schlussphase mit vier Treffern. Am Schluss haben die Zürcher zwar über alles gesehen eine enttäuschende Leistung, aber immerhin viel Kampfeswille gezeigt, und unterliegen den Romands mit fünf Toren.
Nun geht es in die verdiente und augenscheinlich auch dringend benötigte Winterpause. Die Jungs von der SG GC Amicitia / HC Küsnacht kriegen die Festtage frei, bevor es Anfang Januar bereits wieder voll an die Vorbereitung der Rückrunde geht. Unter anderem wird die Mannschaft in diesem Rahmen wieder ein Trainingslager in Granollers, der Heimat von Trainer Oscar Carreño, absolvieren. Das nächste Meisterschaftsspiel findet dann am 31.1. in Birsfelden statt.
Bericht: Lars Niedermann

