GC Amicitia erwischte in der Schachenhalle zunächst nicht den gewünschten Start. Suhr Aarau nutzte die Zürcher Fehler und setzte sich in der ersten Viertelstunde kontinuierlich ab. Nach rund 15 Minuten lagen die Gastgeber bereits mit fünf Treffern vorne. Doch anders als in einigen Auswärtsspielen zuvor liess sich die junge Mannschaft von Werner Bösch diesmal von einem schwierigen Start nicht aus dem Konzept bringen. GC stabilisierte sich – und erhielt dabei entscheidende Unterstützung aus dem Tor.
Tim Müller entwickelte sich zum grossen Rückhalt der Zürcher. Mit seinen Paraden gab er der Defensive zunehmend Sicherheit und hielt seine Mannschaft auch in jenen Phasen im Spiel, in denen offensiv nicht alles funktionierte. Insgesamt wehrte Müller 14 Würfe ab und kam damit auf eine starke Quote von 44 Prozent.
Seine Leistung war ein entscheidender Faktor dafür, dass aus fünf Toren Rückstand innerhalb von nur 15 Minuten eine Zürcher Führung wurde. GC kämpfte sich Schritt für Schritt zurück, drehte die Partie noch vor der Pause und ging mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.
Aus Rückstand wird Kontrolle
Die Aufholjagd zeigte einmal mehr eine Qualität, die diese junge Mannschaft in dieser Saison bereits mehrfach ausgezeichnet hat: Sie lässt sich auch von schwierigen Phasen nicht aus der Ruhe bringen. Statt nach dem frühen Rückstand hektisch zu werden, arbeitete sich GC über die Defensive zurück ins Spiel. Mit jeder Parade von Müller wuchs das Selbstvertrauen, und auch im Angriff fanden die Zürcher zunehmend bessere Lösungen.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich das erwartete umkämpfte Duell zweier Mannschaften, für die angesichts der engen Tabellensituation viel auf dem Spiel stand. Suhr Aarau versuchte, die Partie nochmals auf seine Seite zu ziehen, doch GC hielt dagegen und fand auch in schwierigen Phasen Antworten.
Gerade hier zeigte sich der Wert der starken Torhüterleistung. Wenn der Zürcher Angriff ins Stocken geriet, verhinderte Müller mit wichtigen Paraden, dass die Gastgeber daraus Kapital schlagen und das Momentum zurückholen konnten.
So blieb GC über die entscheidende Phase der Partie stabil und brachte den wichtigen Auswärtssieg nach Hause.
Nico Petrig bestätigt seine starke Form
Neben Müller sorgte erneut Nico Petrig für ein Ausrufezeichen. Der erst 17-jährige Linksaussen bestätigte seine starke Leistung aus dem Spiel gegen den HC Kriens-Luzern und zeigte auch in Aarau eine bemerkenswerte Effizienz. Sieben Tore aus acht Versuchen standen am Ende für Petrig zu Buche. Eine Leistung, die auch beim gegnerischen Publikum Eindruck hinterliess: Die Zuschauer in der Schachenhalle wählten ihn zum Best Player von GC Amicitia Zürich. Damit setzt Petrig seine beeindruckende Entwicklung fort. Bereits vier Tage zuvor hatte er gegen den amtierenden Schweizer Meister Kriens-Luzern elf Treffer erzielt. Nun folgte im wichtigen Auswärtsspiel gegen Suhr Aarau die nächste starke Vorstellung.
Zwei Punkte mit grosser Bedeutung
So wichtig die Leistung war – mindestens genauso wichtig sind die beiden Punkte.
Denn ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie eng die Quickline Handball League in dieser Saison zusammengerückt ist. Zwischen Rang 3 und Rang 9 liegt aktuell gerade einmal ein Punkt. Damit ist GC Amicitia mittendrin in einem äusserst engen Rennen um jene Positionen, die am Ende der Hauptrunde über die Teilnahme an der Finalrunde entscheiden.
Gerade die Plätze 3 bis 6 dürften hart umkämpft bleiben. Und die bisherigen Resultate zeigen: In diesem breiten Mittelfeld kann praktisch jeder jeden schlagen.
Umso wertvoller ist es, direkte Duelle wie jenes in Aarau für sich zu entscheiden. Für GC war es nach dem schwierigen Saisonprogramm der vergangenen Wochen nicht nur ein wichtiger Sieg für die Tabelle, sondern auch eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges.
Die junge Mannschaft hat erneut gezeigt, dass sie schwierige Situationen überstehen und Spiele drehen kann.
Aller guten Dinge sind vier
Mit dem Erfolg in Aarau setzt GC zudem eine bemerkenswerte Serie gegen den HSC Suhr Aarau fort. Bereits in der vergangenen Saison konnten die Zürcher alle drei Direktduelle für sich entscheiden – zweimal davon in der Schachenhalle.
Nun folgt der vierte Sieg in Serie gegen die Aargauer.
Noch wichtiger als die Serie ist jedoch die Art und Weise: Fünf Tore Rückstand nach einer Viertelstunde, ein Gegner mit Heimvorteil und zwischenzeitlich schwierige Phasen im eigenen Angriff – trotzdem fand GC einen Weg, die Partie zu drehen.
Genau solche Siege sind für die Entwicklung einer jungen Mannschaft besonders wertvoll.
Jetzt wartet das Zürcher Derby
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits am kommenden Samstag, 3. Oktober, wartet das nächste Schlüsselspiel – und dieses Mal in der heimischen Saalsporthalle. Um 18.00 Uhr empfängt GC Amicitia Zürich im Zürcher Derby Pfadi Winterthur.
Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein: Pfadi liegt aktuell auf dem dritten Tabellenrang – und damit nur einen Punkt vor GC Amicitia. In einer Tabelle, in der zwischen Rang drei und neun gerade einmal ein Punkt liegt, erhält das Direktduell entsprechend zusätzliche Bedeutung.
Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Aarau bietet sich der jungen Mannschaft von Werner Bösch damit die nächste Gelegenheit, im Kampf um die Plätze für die Finalrunde ein Ausrufezeichen zu setzen.
Und die Bühne passt zur Ausgangslage: Das Zürcher Derby GC Amicitia gegen Pfadi Winterthur wird zum RED+ Match of the Week.
Samstagabend. 18.00 Uhr. Saalsporthalle. Zürcher Derby. Zwei Teams mitten im Kampf um die Finalrunde.
GC Amicitia Zürich vs. Pfadi Winterthur
Samstag, 03.10.2026, 18.00 Uhr
Saalsporthalle Zürich

