Der Start in die neue QHL-Saison ist GC Amicitia Zürich geglückt. Dem 39:33-Heimsieg gegen Handball Stäfa liessen die Zürcher am vergangenen Samstag einen 35:29-Auswärtserfolg beim RTV 1879 Basel folgen. Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen bedeuten einen perfekten Start. Nun steigt der Schwierigkeitsgrad allerdings deutlich.
Am Mittwoch, 2. September, gastieren die Kadetten Schaffhausen um 19.15 Uhr in der Saalsporthalle. Der amtierende Vizemeister gehört auch in dieser Saison zu den grossen Titelanwärtern und ist seiner Favoritenrolle in den ersten beiden Partien gerecht geworden. Nach dem Auftakterfolg beim HSC Suhr Aarau liessen die Schaffhauser am Wochenende einen offensiv beeindruckenden 42:35-Heimsieg gegen Wacker Thun folgen. Zwei Spiele, zwei Siege und eine Tordifferenz von +15 bedeuten aktuell Rang eins.
Damit treffen am Mittwoch zwei Mannschaften aufeinander, die noch ohne Punktverlust sind.
Kadetten mit noch mehr Tempo
Die Qualität der Schaffhauser ist bekannt. In der vergangenen Saison trafen die Zürcher auch im Playoff-Viertelfinal auf die Kadetten. Die Schaffhauser entschieden die Serie mit 3:0 für sich, auch wenn die junge Zürcher Mannschaft insbesondere im ersten und dritten Duell über längere Phasen mithalten konnte.
In dieser Saison scheinen die Kadetten nochmals einen Schritt gemacht zu haben. Unter dem neuen Trainerduo Jonas Wille und Jørgen Laug setzt Schaffhausen auf viel Geschwindigkeit und ein konsequentes Tempospiel.
Beim 42:35 gegen Thun wurde diese neue Ausrichtung bereits deutlich sichtbar. Die Kadetten wollen über 60 Minuten Tempo machen und verfügen gleichzeitig über einen Kader, der es ihnen ermöglicht, nahezu ohne Qualitätsverlust zu wechseln.
Mit Frederik Tilsted hat zudem ein Neuzugang sofort eine zentrale Rolle übernommen. Der Däne erzielte gegen Thun acht Tore aus neun Versuchen und führt die interne Torschützenliste nach zwei Partien mit 13 Treffern an. Auf den Flügelpositionen sorgen unter anderem Nikos Sarlos und Odinn Thor Rikhardsson für zusätzliche Gefahr.
Für GCA-Trainer Werner Bösch ist deshalb klar, welche Qualität am Mittwoch in der Saalsporthalle wartet: «Top-Spieler, Top-Bank – praktisch eins zu eins ersetzbar. Sie spielen sicher mit viel mehr Tempo als im letzten Jahr und haben für die neue Saison nochmals sehr gut aufgerüstet.»
Nicht reagieren, sondern selbst agieren
Gegen diese Qualität wird es für GC Amicitia Zürich entscheidend sein, sich nicht in eine passive Rolle drängen zu lassen. Die Kadetten stellen eine starke und physisch präsente Deckung. Für die Zürcher wird es deshalb darum gehen, den Ball schnell zu bewegen, konsequent in die Breite zu attackieren und die eigenen Stärken auszuspielen.
Gerade die Geschwindigkeit und Wendigkeit der jungen GCA-Mannschaft sollen dabei zu einem Faktor werden.
«Wir müssen den Ball an ihrer Deckung vorbeibringen und dann in die Breite attackieren», erklärt Bösch. «Wir müssen unseren Speed und unsere Wendigkeit nutzen. Mit viel Ballfluss und Tempo können wir Chancen kreieren.»
Mindestens ebenso wichtig wird die eigene Aktivität gegen den Ball sein. Die Hoppers wollen die Kadetten unter Druck setzen und sie damit aus ihrer Komfortzone bringen.
«Wenn wir sie unter Druck setzen, machen auch sie Fehler. Wenn wir hingegen passiv sind, haben wir schon verloren», so Bösch weiter.
Keine Geschenke verteilen
Auch Yann Thümena weiss um die Dimension der Aufgabe. Der GCA-Topscorer der vergangenen Saison sieht die Rollen vor dem dritten Meisterschaftsspiel klar verteilt: «Uns erwartet ein sehr starker Gegner, der klarer Favorit ist», sagt Thümena.
Respekt vor der Qualität des Vizemeisters bedeutet für den Rückraumspieler allerdings nicht, dass die Zürcher das Spiel bereits vor dem Anpfiff verloren geben.Entscheidend wird sein, die Konzentration über die gesamte Partie hochzuhalten und als Mannschaft aufzutreten.
«Wir müssen konzentriert bleiben, als Team auftreten und ihnen nichts schenken. Unser Ziel ist es, unser Bestes zu zeigen und es Schaffhausen so schwer wie möglich zu machen», so Thümena weiter.
Gerade die ersten beiden Saisonspiele haben gezeigt, dass die Hoppers innerhalb einer Partie reagieren können. Gegen Stäfa legten die Zürcher mit einer starken ersten Halbzeit den Grundstein zum Sieg. In Basel war es dagegen die deutliche Steigerung im Verlauf der Partie und insbesondere nach der Pause, die den zweiten Erfolg möglich machte.
Gegen die Kadetten wird es nun darum gehen, diese positiven Phasen möglichst über 60 Minuten auf den Platz zu bringen.
Das eine Spiel von hundert
Die Rollenverteilung vor dem Duell ist eindeutig. Die Kadetten verfügen über mehr Erfahrung, internationale Klasse und einen der breitesten Kader der Liga. Genau deshalb kann GC Amicitia Zürich am Mittwoch ohne übermässigen Druck auftreten.
Werner Bösch formuliert die Ausgangslage entsprechend offensiv: «Unser Ziel ist es, alles zu investieren. Abgerechnet wird am Ende. Dieses eine von hundert Spielen, das vielleicht kommt, möchten wir gewinnen.»
Es geht dabei aber nicht darum, vor dem Spiel von einer Sensation zu sprechen. Vielmehr will das Team von Werner Bösch zeigen, dass es bereit ist, sich mit den Besten der Liga zu messen.
Mutig gegen den Favoriten
Nach zwei Siegen zum Saisonstart ist das Duell mit den Kadetten damit ein idealer Gradmesser für die junge Zürcher Mannschaft. Sie hat nichts zu verlieren – aber einiges zu gewinnen. Die Mannschaft kann zeigen, wie sie mit dem enormen Tempo des Vizemeisters umgeht, ob sie gegen eine der besten Deckungen der Liga ihre offensiven Lösungen findet und wie weit sie in ihrer Entwicklung bereits ist.
Dafür braucht es genau jene Eigenschaften, die das Team in den ersten beiden Partien ausgezeichnet haben: Energie, Tempo, Mut und mannschaftliche Geschlossenheit.
GC Amicitia Zürich – Kadetten Schaffhausen
Mittwoch, 2. September 2026 | 19.15 Uhr
Saalsporthalle Zürich

