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QHL: Nächste Aufgabe im Rankhof
Foto by Felix Burichter

QHL: Nächste Aufgabe im Rankhof

Nach dem erfolgreichen 39:33-Heimsieg gegen Handball Stäfa wartet auf GC Amicitia Zürich bereits die nächste Herausforderung. Am Samstag, 29. August, gastiert das Team von Cheftrainer Werner Bösch beim RTV 1879 Basel. Die Basler wollen nach ihrer deutlichen Auftaktniederlage in Thun vor heimischem Publikum reagieren. GCA reist dagegen mit Selbstvertrauen in den Rankhof – und mit dem klaren Ziel, die nächsten zwei Punkte mitzunehmen. Franco di Matteo

Viel Zeit, sich über den erfolgreichen Saisonstart zu freuen, bleibt GC Amicitia Zürich nicht. Nur drei Tage nach dem 39:33-Heimerfolg gegen Handball Stäfa steht für die junge Zürcher Mannschaft bereits das zweite Meisterschaftsspiel der neuen QHL-Saison auf dem Programm.

Am Samstag um 18.00 Uhr wartet im Rankhof der RTV 1879 Basel.

Die Ausgangslage könnte nach dem ersten Spieltag unterschiedlicher kaum sein. Während die Zürcher mit einem überzeugenden Heimsieg und den ersten beiden Punkten im Gepäck nach Basel reisen, mussten die Basler zum Auftakt eine deutliche 29:38-Auswärtsniederlage gegen Wacker Thun hinnehmen.

Für GC Amicitia Zürich ist das allerdings kein Grund, den kommenden Gegner zu unterschätzen. Im Gegenteil: Im Rankhof wartet eine physisch starke und im Vergleich zur vergangenen Saison breiter aufgestellte Basler Mannschaft, die vor heimischem Publikum eine Reaktion zeigen will.

Viel Positives – aber noch nicht alles perfekt

Beim 39:33 gegen Stäfa legte GCA den Grundstein zum Sieg insbesondere in einer starken ersten Halbzeit. Mit hoher Intensität, viel Tempo und einem konsequent umgesetzten Gameplan erspielten sich die Zürcher bis zur Pause eine 19:13-Führung.

Kapitän und Kreisläufer Finley Röttges sah entsprechend viel Positives: «Wir sind mit viel Bereitschaft, Überzeugung und Wille in die Partie gestartet. Wir konnten unseren Gameplan gut umsetzen und uns bis zur Pause einen soliden Vorsprung erspielen.»

Ganz zufrieden war der Captain trotz des souveränen Sieges allerdings nicht. Gerade nach dem Seitenwechsel liess die Konzentration phasenweise nach und Stäfa erhielt dadurch Möglichkeiten, wieder näher heranzukommen.

«In der zweiten Halbzeit hätten wir unseren Fokus etwas besser behalten müssen. Im Grossen und Ganzen war es mit einem souveränen Sieg aber ein gelungener Einstieg in die Saison», so Röttges weiter.

Eine Einschätzung, die sich mit jener von Cheftrainer Werner Bösch deckt. Auch er sah eine Mannschaft, die bereit und fokussiert in die neue Saison gestartet ist.

«Wir waren sehr heiss auf das Spiel und sehr fokussiert. Das Allerwichtigste in einem Startspiel ist, dass man zwei Punkte macht. Wir haben gut gekämpft, hatten eine gute Energie und unser Tempospiel hat immer wieder sehr gut funktioniert», so Bösch.

Gleichzeitig zeigte der Auftakt auch, woran in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss.

Basel nach Fehlstart unter Zugzwang

Beim RTV 1979 Basel verlief der Saisonstart dagegen nicht nach Wunsch. Das Team von Trainer Thomas Haegeli verlor am Mittwoch auswärts gegen Wacker Thun mit 29:38. Zur Pause lagen die Basler bereits mit 14:20 zurück.

Insbesondere technische Fehler und Probleme im Rückzug ermöglichten den Thunern zahlreiche einfache Tore. Zwischen der 12. und 20. Minute verlor Basel zunehmend den Zugriff auf die Partie. Nach der Pause zeigte der RTV zwar Moral und fand offensiv besser ins Spiel, konnte den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen.

Die Niederlage sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, über welche Qualität die Basler verfügen. Der Kader wurde im Sommer nochmals verbreitert und bietet Trainer Haegeli deutlich mehr Möglichkeiten.

Mit dem ehemaligen Granollers-Captain Sergi Franco i Miro stiess ein international erfahrener Spieler im Sommer zum RTV. Die Flügel wurden mit Arthur Jund und Mathis Niederberger verstärkt. Zudem stehen mit Robin Heinis, Jan Reichmuth und Joshua Grace mehrere Spieler nach längeren Verletzungspausen wieder zur Verfügung.

Die Ambitionen der Basler sind entsprechend hoch: Der RTV möchte in dieser Saison den Sprung unter die ersten sechs Mannschaften und damit in die Finalrunde schaffen.

Mehr als nur Aleksander Spende

GC Amicitia Zürich muss von Anfang an in der Deckung stabil stehen, um so die offensive Qualität der Basler kontrollieren zu können.

Mit Aleksander Spende verfügt der RTV seit Jahren über einen der gefährlichsten Torschützen der Liga. Doch die Basler sind längst nicht mehr ausschliesslich von ihrem Topscorer abhängig.

Auch Spieler wie Ante Babic, Edson Imare und Dylan Brandt sorgen für Gefahr. Edson Imare gehörte bereits in der vergangenen Saison zu den produktivsten Basler Angreifern, während Brandt mit seiner Intensität und Dynamik zusätzliche Möglichkeiten im Rückraum bietet.

Genau diese Breite hebt Werner Bösch vor dem Duell hervor: «Basel ist physisch stark und spielt clever seine Qualitäten aus. Sie sind viel flexibler geworden, können verschiedene Systeme spielen und haben unterschiedliche Optionen. Zudem verfügen sie über einen deutlich breiteren Kader als noch zuvor.»

Entsprechend darf sich die Zürcher Defensive nicht ausschliesslich auf Spende konzentrieren.

«Spende ist sicher ein Schlüsselspieler. Aber es ist nicht nur Spende. Da sind auch Babic, die Torhüter und weitere Spieler. Es gibt viele Dinge, die wir von Anfang an gut lösen müssen», so Bösch.

Die schlechten Phasen verkürzen

Für GC Amicitia Zürich geht es am Samstag deshalb weniger darum, alles neu zu erfinden. Vielmehr soll auf der gegen Stäfa gelegten Basis aufgebaut werden.

Die Marschrichtung ist klar: aktive und bewegliche Deckungsarbeit, schnelles Umschalten nach Ballgewinnen und ein Angriffsspiel mit hohem Ballfluss und der nötigen Cleverness.

Gleichzeitig soll genau jener Punkt verbessert werden, der bereits gegen Stäfa sichtbar wurde: die Konstanz über die gesamten 60 Minuten.

«Wir wollen weiter an unserer Basis arbeiten und versuchen, unsere schwächeren Phasen immer weiter zu verkürzen», erklärt Bösch. «Wir wollen das Gesicht zeigen, für das wir stehen möchten: mit aktiver Beweglichkeit in der Deckung, viel Tempo im Gegenstoss sowie Ballfluss und Cleverness im Angriff.»

Dass dafür eine gute Leistung nötig sein wird, ist dem GCA-Trainer bewusst: «Wenn wir am Limit spielen, können wir zwei Punkte aus Basel mitnehmen. Wenn wir wieder längere Phasen haben, in denen nichts funktioniert, wird es schwierig.»

Mit Selbstvertrauen, aber ohne Übermut nach Basel

Ähnlich sieht es Captain Finley Röttges. Der gelungene Saisonstart gibt der Mannschaft Selbstvertrauen, verändert aber nichts an der notwendigen Einstellung für das erste Auswärtsspiel.

«Basel sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Ich denke aber, wenn wir als Team unsere Leistung abrufen können, haben wir durchaus gute Chancen auf den Sieg», so Röttges.

Genau darum geht es am Samstag.

Nach dem 39:33 gegen Stäfa bietet sich GC bereits am zweiten Spieltag die Möglichkeit, den gelungenen Saisonstart zu bestätigen. Gleichzeitig ist das Duell im Rankhof ein früher Gradmesser gegen eine Mannschaft, die die Top 6 als Ziel ausgegeben hat.

Für die Zürcher gilt es deshalb, die positiven Elemente des Auftaktspiels mitzunehmen, die Konzentration über 60 Minuten zu erhöhen und gegen einen physisch starken Gegner konsequent den eigenen Handball zu spielen.

Das Ziel ist klar: Alles investieren – und mit zwei weiteren Punkten aus Basel zurück nach Zürich reisen.

RTV 1879 Basel – GC Amicitia Zürich
Samstag, 29. August 2026 | 18.00 Uhr
Sporthalle Rankhof, Basel