GC Amicitia Zürich geriet früh unter Druck. Bereits nach drei Minuten lag das Team mit 1:3 gegen HC Lokomotiva Zagreb zurück. Die Zürcherinnen kämpften sich zwar beharrlich zurück, doch die Gastgeberinnen konnten immer wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung herausspielen. In der 13. Minute gelang Hanna Bopp schliesslich der Ausgleich zum 7:7. Die Freude währte allerdings nur kurz. Zagreb legte einen 5:0-Lauf hin und zog auf 12:7 davon. Bis zur Halbzeit blieb der Abstand weitgehend konstant. Zur Pause stand es 11:15 – ein Rückstand, der dennoch deutlich kleiner war als im gestrigen Hinspiel, als die Zürcherinnen mit sieben Toren Unterschied in die Kabine gegangen waren (7:14).
Nach dem Seitenwechsel schien Zagreb zunächst weiterhin das Spiel unter Kontrolle zu haben und baute den Vorsprung auf 20:15 aus (41. Minute). Doch GCA blieb hartnäckig: In kurzer Zeit erzielten die Zürcherinnen drei Treffer in Folge, angeführt von Kim Erni, die in der 44. Minute auf 19:20 verkürzte. Zehn Minuten vor Schluss entwickelte sich ein echter Krimi: GCA verkürzte auf 23:24 und war wieder auf Schlagdistanz. Zagreb antwortete jedoch umgehend, erhöhte erst auf 25:23 (52. Minute) und dann auf 26:23 (53. Minute). Mailee Winterberg brachte GCA in der 57. und 58. Minute mit zwei wichtigen Treffern auf 24:26 und 25:26 heran, doch der ersehnte Ausgleich fiel nicht mehr. Zagreb verteidigte den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff und sicherte sich damit den Sieg sowie den Einzug in die Gruppenphase der European League.
Headcoach Kent Ballegaard zog ein nüchternes Fazit: "Ein spannendes und lehrreiches Wochenende in Zagreb ist vorbei. Dennoch überwiegt die Enttäuschung, denn wir haben zwei fantastische Leistungen gezeigt, aber in den entscheidenden Momenten nicht durchgehalten." Über das Hinspiel bemerkte Ballegaard: "Die Niederlage am Freitag war selbstverschuldet. Wir haben zu viele freie Chancen vergeben. Anstatt mit sechs Toren zu verlieren, hätten wir das Spiel gewinnen müssen."
Auch wenn der Sieg ausblieb, brachte das Wochenende in Zagreb wichtige Erkenntnisse für das Team. "Wir müssen die Erfahrungen des Wochenendes nutzen, um unsere Ziele in der heimischen Liga zu erreichen. Wir müssen uns die Zynik, die Mentalität und die Härte, die Zagreb auf den Platz bringt, zum Vorbild nehmen", so Ballegaard.
Nach dem intensiven Wochenende folgt nun eine längere Nati-Pause. Wir wünschen Kerstin, Seraina und Joline viel Erfolg bei ihren Einsätzen mit der Nationalmannschaft!
Spieltelegramm:
GC Amicitia Zürich – HC Lokomotiva Zagreb 25:26 (11-15)
Sonntag, 16. November 2025 I 12:00 I High school Jelkovec, Zagreb
Kuratli, Bopp (1), Aellen (3), Erni K. (8), Winterberg (6), Rusert (1), Kündig (2), Schmid (2), D'Ambrosio, Erni J. (2), Schläpfer
verletzt: Lea Schärer, Nina Steiner

