Es war eine Saison für die Geschichtsbücher. Meisterschaft und Cup wanderten 2025/26 nach Zürich – erstmals holten die Frauen von GC Amicitia das Double. Aus dem einstigen Abstiegskandidaten ist in den vergangenen Jahren ein Meisterschaftsanwärter und nun der Titelverteidiger geworden.
«Als amtierender Meister und Cupsiegerinnen sind wir zweifellos die Mannschaft, die jeder schlagen möchte», sagt Headcoach Kent Ballegaard vor seiner sechsten Saison in Zürich. Neben der sportlichen sieht der Däne deshalb auch eine mentale Herausforderung auf sein junges Team zukommen. «Das gleiche hohe Niveau zu erreichen, den Hunger, den Ehrgeiz, den Willen und die Qualität zu zeigen – das sind die spannenden Herausforderungen, vor denen wir stehen.»
Neue Gesichter und bekannte Stützen
GCA geht die Mission Titelverteidigung mit einem veränderten Kader an. Insbesondere auf der Spielmacherposition beginnt ein neues Kapitel: Kerstin Kündig hat ihre Karriere beendet und gibt ihre Erfahrung künftig als Trainerin im GCA-Nachwuchs weiter.
Mit Liva West Bendtsen stösst dafür eine 20-jährige Dänin vom Erstligisten Silkeborg-Voel KFUM zum Team. Die technisch starke Rückraumspielerin soll offensiv wie defensiv neue Impulse setzen. Ebenfalls zurück in Zürich ist Océane Meier. Die Spielmacherin kehrt von den Spono Eagles zu GCA zurück, fällt nach einer Schulteroperation vorerst jedoch aus.
Auch Liv Rusert befindet sich nach einem Riss des hinteren Kreuzbandes weiterhin im Aufbau. Bei beiden hofft GCA auf eine Rückkehr im neuen Jahr. Die Ausfälle sorgen dafür, dass die Zürcherinnen noch nicht in Bestbesetzung starten können. «Verletzungen, darunter auch längerfristige, werfen uns etwas zurück und bedeuten, dass wir zu Beginn der Saison nicht das Niveau erreichen werden, das wir uns wünschen würden», sagt Ballegaard.
Im Rückraum bleibt dennoch viel Qualität. Kim Erni hat um ein Jahr verlängert und soll nach einer verletzungsgeplagten Saison mit ihrer Wurfkraft wieder zu einem wichtigen Faktor werden. U20-Nationalspielerin Stella D’Ambrosio bleibt für zwei weitere Jahre und setzt ihre Entwicklung zusätzlich an der OYM Academy in Cham fort.
Auf der rechten Seite hat sich Lea Schärer mit ihrer starken vergangenen Saison bis ins Schweizer Nationalteam gespielt. Ihre Wurfkraft und defensive Intensität machen sie zu einer wichtigen Stütze. Mailee Winterberg sorgt mit ihrer Vielseitigkeit im rechten Rückraum und auf Rechtsaussen für zusätzliche Optionen.
Kurz vor Saisonstart dürfen sich die Zürcherinnen noch über einen weiteren Zugang freuen: die schwedisch-türkische Rückraumspielerin Fatos Özdemir ergänzt das GC-Kader per sofort und unterschreibt einen 2-Jahresvertrag.
Qualität auf allen Positionen
Auf den Flügeln setzt GCA auf bekannte Gesichter. Rechts bleibt Eigengewächs Angelina Schläpfer mit ihrem Tempo und ihrer Abschlussstärke eine Konstante. Links steht das langersehnte Comeback von Nina Steiner bevor. Nach ihrem Kreuzbandriss in der letztjährigen Vorbereitung soll sie nun mit ihrer Energie und Laufbereitschaft erstmals richtig im GCA-Dress durchstarten. Allrounderin Helen Schmid tritt derweil kürzer und wechselt in die SPL2.
Am Kreis kann Ballegaard weiterhin auf ein starkes Duo zählen. Kapitänin Leonie Aellen, Liga-Topscorerin der vergangenen Saison, hat ebenso um ein Jahr verlängert wie Joline Erni. Beide erhielten bereits Aufgebote für die A-Nationalmannschaft, Erni ist zudem ein wichtiger Faktor im Zürcher Innenblock.
Auch im Tor herrscht Kontinuität: Nationaltorhüterin Seraina Kuratli bleibt mindestens ein weiteres Jahr in Zürich und zählt zu den grössten Schweizer Talenten auf ihrer Position. Gemeinsam mit Zoe Krüger, die in ihrer ersten Saison nach dem Wechsel von den Bad Wildungen Vipers eine starke Entwicklung zeigte, bildet sie erneut das Torhüterinnen-Duo.
Neu betreut werden die beiden von Lubomir Svajlen. Der ehemalige Spitzentorhüter folgt als Torhüterinnentrainer auf Arne Fuchs und kehrt damit zu einem alten Bekannten zurück: 2008 gewann Svajlen mit ZMC Amicitia den Schweizer Meistertitel.
Der Zusammenhalt soll den Unterschied machen
Trotz der Veränderungen und Verletzungen bleibt eine Stärke unverändert. «Wir sind in der Regel ein kleiner, aber stark zusammengewachsener Kader, und dieser Zusammenhalt muss auch weiterhin unsere grosse Stärke sein», betont Ballegaard.
Das sieht auch Kapitänin Leonie Aellen so. Nach dem historischen Double sei die Vorfreude auf die neue Saison riesig, gleichzeitig seien aber auch die Erwartungen gestiegen. «Wir müssen als Mannschaft wieder näher zusammenrücken, uns gegenseitig Vertrauen geben und zu unserer gewohnten Teamstärke finden», sagt Aellen. Die aktuelle Situation sieht sie dabei auch als Chance: «Jede Spielerin wird gebraucht und hat die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen und eine wichtige Rolle in unserem Team zu spielen.»
Die Aufgabe ist anspruchsvoll: Neue Spielerinnen müssen integriert, Abgänge aufgefangen und längerfristige Ausfälle kompensiert werden. An den Ambitionen ändert das nichts. «Als Titelverteidiger und Cupsiegerinnen ist es natürlich unser Ziel, die Trophäen in Zürich zu behalten. Alles andere wäre zu wenig ehrgeizig», sagt Ballegaard. «Wir sind aber auch nicht naiv und wissen, dass es mehr als schwierig werden wird.»
Saisonstart am 1. September
Der erste Ernstkampf wartet am Dienstag, 1. September. Um 20.00 Uhr startet GCA auswärts gegen die HSG Aargau Ost in die neue SPL1-Saison.
Nur vier Tage später präsentieren sich die Double-Siegerinnen erstmals dem Heimpublikum: Am Samstag, 5. September, um 17.00 Uhr empfängt GCA den LK Zug in der Saalsporthalle.
Europa ruft: Oldenburg wartet
Auch international wartet eine reizvolle Herausforderung. In der EHF European League trifft GCA auf den deutschen Bundesligisten VfL Oldenburg. Die beiden Partien sind für den 4. und 11. Oktober vorgesehen.
«Oldenburg ist natürlich der grosse Favorit, aber wir werden alles tun, um für eine Überraschung zu sorgen und weiterzukommen», sagt Ballegaard. Für die junge Zürcher Mannschaft bietet das Duell die Gelegenheit, sich mit einem Team aus einer der stärksten Ligen Europas zu messen.
Dabei kommt es auch zu einem Wiedersehen mit zwei bekannten Gesichtern aus dem Schweizer Handball: Mit Laurentia Wolff und Emma Bächtiger stehen zwei Schweizer Nationalspielerinnen im Kader des VfL, die beide in ihrer Jugend für GC Amicitia Zürich spielten, ehe ihre Wege über den LC Brühl beziehungsweise den LK Zug nach Deutschland führten.
Spieldaten
- Sonntag, 4. Oktober 2026, 15.00 Uhr, Saalsporthalle: GC Amicitia Zürich - VfL Oldenburg (GER) (Hinspiel)
- Sonntag, 11. Oktober 2026, 16.30 Uhr, EWE Arena (GER): VfL Oldenburg - GC Amicitia Zürich (Rückspiel)
Gemeinsam durch die Saison – jetzt Saisonkarte sichern
Meisterschaft, Cup und Europacup: Auf GC Amicitia wartet eine Saison voller Herausforderungen und Highlights. Gerade als amtierende Meisterinnen und Cupsiegerinnen wollen die Zürcherinnen auch in der neuen Spielzeit auf die Unterstützung von den Rängen zählen.
Wer das SPL1-Team bei seinen Heimspielen durch die Saison begleiten möchte, kann sich die Saisonkarte für CHF 130 sichern.
Noch mehr GCA gibt es mit der kombinierten Saisonkarte für die Heimspiele der SPL- und QHL-Teams für CHF 250. Die VIP-Saisonkarte für QHL und SPL kostet CHF 350.
Saisonkarten 2026/27
- SPL-Heimspiele: CHF 130
- SPL- & QHL-Heimspiele: CHF 250
- SPL- & QHL-Heimspiele VIP: CHF 350
Bestellung Saisonkarte | GC Amicitia
Die Motivation bleibt ungebrochen
Bei aller Vorfreude auf die Unterstützung von den Rängen richtet sich der Blick der Mannschaft vor allem auf das, was sportlich vor ihr liegt. Für Kapitänin Leonie Aellen ist die Motivation nach der historischen Double-Saison jedenfalls ungebrochen: «Es gibt viele Herausforderungen zu meistern, aber mindestens genauso viele Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln. Genau das macht die kommende Saison für uns so spannend. Auch ich werde in einer weiteren Saison für GC alles geben, damit wir dieses Highlight noch einmal erleben und die Meisterschaft erneut gewinnen können.»
Hopp GC!

