Count
QHL: Gelungener Saisonstart

QHL: Gelungener Saisonstart

Erstes Spiel, erster Sieg: GC Amicitia Zürich startet mit einem 39:33-Heimerfolg gegen Handball Stäfa in die QHL-Saison 2026/27. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer 19:13-Pausenführung bringen die Zürcher die ersten beiden Punkte verdient ins Trockene. Der Auftakt zeigt gleichzeitig, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt. Mit zahlreichen jungen Spielern, gezielten Verstärkungen und einem klaren sportlichen Plan will GC Amicitia in dieser Saison den nächsten Entwicklungsschritt machen – und möglichst lange um Platz 6 kämpfen.
Franco di Matteo

Der Start in die neue Saison ist geglückt. GC Amicitia Zürich setzte sich am Mittwochabend in der Saalsporthalle mit 39:33 gegen Handball Stäfa durch und holte damit gleich zum Auftakt die ersten beiden Punkte.

Die Mannschaft von Cheftrainer Werner Bösch erwischte insbesondere in der ersten Halbzeit einen überzeugenden Start. GC Amicitia fand schnell in die Partie, brachte Tempo ins Angriffsspiel und setzte sich zunehmend von den Gästen ab. Gleichzeitig gelang es den Zürchern, Stäfa defensiv immer wieder vor Probleme zu stellen. Bis zur Pause erarbeitete sich das Heimteam eine komfortable 19:13-Führung.

Nach dem Seitenwechsel gelang es Stäfa, die Partie offener zu gestalten. GC Amicitia liess sich davon jedoch nicht entscheidend aus dem Konzept bringen. Immer wieder fanden die Zürcher Lösungen im Angriff und verhinderten damit, dass die Gäste den Rückstand entscheidend verkürzen konnten.

Mit insgesamt 39 erzielten Treffern zeigten die Hoppers bereits im ersten Meisterschaftsspiel ihre offensiven Möglichkeiten. Gleichzeitig machten die 33 Gegentore deutlich, dass insbesondere im Defensivverbund noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Nach den personellen Veränderungen im Sommer und mit zahlreichen neuen Konstellationen ist dies zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison allerdings wenig überraschend.

Am Ende stand ein verdienter 39:33-Heimsieg und damit ein gelungener Auftakt in eine Saison, in der die junge Zürcher Mannschaft erneut für einiges sorgen möchte.

Stäfa bleibt ein gutes Pflaster

Der Erfolg knüpft gleichzeitig an die vergangene Saison an. Bereits 2025/26 konnte GC Amicitia alle drei Begegnungen gegen Handball Stäfa gewinnen. Unvergessen bleibt dabei insbesondere das letzte Aufeinandertreffen am 1. April: Mit einem dramatischen 33:32-Heimsieg sicherten sich die Zürcher damals im letzten Moment Rang acht und damit die Qualifikation für die Playoffs.

Diese Playoff-Teilnahme war der Höhepunkt einer Saison, die zwölf Monate zuvor unter völlig anderen Voraussetzungen begonnen hatte. Nach dem Neustart im Sommer 2025 ging GC mit einem Durchschnittsalter von rund 22 Jahren und zehn Spielern aus dem eigenen Nachwuchs in die Meisterschaft. Von vielen wurde die Mannschaft vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt.

Stattdessen entwickelte sich das junge Team von Monat zu Monat weiter, gewann wichtige Direktduelle und hielt auch gegen die Spitzenteams der Liga immer wieder mit. Am Ende stand die Playoff-Qualifikation und im Viertelfinal gegen die Kadetten Schaffhausen eine weitere wertvolle Erfahrung für die junge Mannschaft.

Die vergangene Saison hat damit eine Basis geschaffen. Nun geht es darum, darauf aufzubauen.

Der eingeschlagene Weg wird konsequent fortgesetzt

Trotz der erfolgreichen vergangenen Saison hat sich der Kader über den Sommer nochmals deutlich verändert. Der grundsätzlichen Philosophie bleibt GC Amicitia jedoch treu: Junge und entwicklungsfähige Spieler sollen Verantwortung erhalten und sich auf höchstem Schweizer Niveau zu Leistungsträgern entwickeln.

Seit Februar 2026 ist mit Andrija Pendic ein neuer Sportchef an Bord, der diese sportliche Ausrichtung gemeinsam mit Cheftrainer Werner Bösch weiter vorantreiben soll.

Dass der Verein an seiner Strategie festhält, zeigen sowohl die Vertragsverlängerungen mit wichtigen Leistungsträgern wie Alex Besek, Finley Röttges oder Yann Thümena als auch die neuen Verpflichtungen für die Saison 2026/2027.

Spieler wie Alex Besek, Finley Röttges oder Nico Petrig – welcher im Sommer sowohl an der U21 wie auch an der U19 EM mit starken Leistungen überzeugte - gehörten in der vergangenen Spielzeit zu den auffälligsten Spielern der Mannschaft und sollen nun den nächsten Schritt machen. Gleichzeitig wird auch von Spielern wie Tim Müller, Milo Rüegg oder David Flajsar erwartet, dass sie nach ihrer starken Entwicklung in der vergangenen Saison zusätzliche Verantwortung übernehmen.

Neue Qualität und weiterhin viel Entwicklungspotenzial

Mit Sven Ehrig ist ein Spieler nach Zürich gekommen, der trotz seines noch jungen Alters bereits internationale Erfahrung mitbringt. Der deutsche Linkshänder durchlief die Nachwuchsabteilung des THW Kiel, gehörte zwischen 2020 und 2024 zum Profikader des deutschen Rekordmeisters und spielte zuletzt zwei Jahre beim dänischen Erstligisten TTH Holstebro. In Zürich soll Ehrig insbesondere im rechten Rückraum eine tragende Rolle übernehmen.

Zusätzliche Erfahrung bringt Sandro Gantner mit. Der Linkshänder kehrt nach vier Jahren beim BSV Bern näher an seine Heimat zurück und kann sowohl im rechten Rückraum als auch auf dem rechten Flügel eingesetzt werden. Seine Routine soll einer weiterhin sehr jungen Mannschaft zusätzliche Stabilität geben. Der Isländer Birgir Mar Birgisson komplettiert am rechten Flügel die rechte Seite. Mit diesem Trio erhält das Team eine variable und starke rechte Seite.

Gleichzeitig setzt GC Amicitia konsequent auf junge Schweizer Spieler – auch aus dem eigenen Nachwuchs. Mattia Mecenero wechselt fix vom NLB Team ins QHL Team und hat bereits in der Vorbereitung sein Potential gezeigt. Nils Flückiger wechselt vom HC Kriens-Luzern nach Zürich. Der 2005 geborene Kreisläufer sammelte bereits erste QHL-Erfahrung und spielte zusätzlich für Handball Emmen in der NLB. Gemeinsam mit Kimi Hintermann, der von Baden-Endingen in die Limmatstadt wechselte, und Finley Röttges bildet er ein junges und entwicklungsfähiges Trio am Kreis.

Mit Neil Röttges kommt ein weiteres grosses Schweizer Talent hinzu – auch er mit starken Leistungen an der U19 EM. Der 19-jährige Rückraumspieler wird vom HC Kriens-Luzern für zwei Spielzeiten an die Hoppers ausgeliehen und soll in Zürich den nächsten Schritt auf QHL-Niveau machen. Auf Rückraum Mitte wirbelt ab dieser Saison der junge Maro Galovic.

Auch auf der Torhüterposition setzt GC auf Entwicklung. Mit Sven Näf stösst ein junger Schweizer Torhüter zum Team – ebenfalls aus der Innerschweiz. Zusammen mit dem Eigengewächs Tim Müller bildet er das Torhüterduo der Zücher. Somit steht dem Trainerduo ein breiter Kader mit interessanten Optionen zur Verfügung.

Der Kern der sportlichen Idee bleibt unverändert: GC Amicitia Zürich will eine Mannschaft aufbauen, die nicht nur kurzfristig Resultate erzielt, sondern sich über mehrere Jahre gemeinsam entwickeln kann.

Neuer Modus erhöht die Bedeutung jedes Spiels

Zusätzliche Spannung bringt in dieser Saison der komplett überarbeitete Modus der Quickline Handball League.

Die zehn Teams absolvieren zunächst eine Doppelrunde mit 18 Spielen. Danach wird die Liga geteilt: Die Mannschaften auf den Plätzen 1 bis 6 qualifizieren sich für die Finalrunde, während die Teams auf den Rängen 7 bis 10 in die Abstiegsrunde müssen.

Die Punkte aus der Hauptrunde werden dabei mitgenommen.

In der Finalrunde absolvieren die sechs Mannschaften nochmals eine Doppelrunde mit zehn Spielen. Anschliessend qualifizieren sich die besten vier Teams für die Playoffs. Halbfinal und Final werden jeweils im Best-of-5-Modus ausgetragen. Für die Teams auf den Plätzen fünf und sechs endet die Saison nach der Finalrunde.

Die vier Mannschaften der Abstiegsrunde kämpfen dagegen um den Ligaerhalt. Auch dort werden die Punkte aus der Hauptrunde übernommen. Der Letztplatzierte muss anschliessend in eine mögliche Auf-/Abstiegsbarrage gegen den NLB-Meister.

Damit bekommt gerade die erste Saisonphase eine deutlich grössere Bedeutung als bisher.

Frühstmöglicher Ligaerhalt und Weiterentwicklung

Für GC Amicitia ist die sportliche Zielsetzung deshalb klar definiert: Die Mannschaft will möglichst lange um Rang 6 und damit um die Qualifikation für die Finalrunde mitspielen.

Gelingt der Sprung unter die ersten sechs, wäre gleichzeitig der Ligaerhalt bereits frühzeitig gesichert. Die Mannschaft könnte sich anschliessend ohne Druck aus dem Abstiegskampf mit den besten Teams der Schweiz messen und weitere wertvolle Erfahrungen sammeln.

Die Playoff-Qualifikation der vergangenen Saison soll dabei nicht dazu führen, die Erwartungen unverhältnismässig nach oben zu schrauben. GC Amicitia Zürich befindet sich weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Der Kader ist jung, mehrere Positionen wurden neu besetzt und verschiedene Automatismen müssen sich erst entwickeln.

Entscheidend wird deshalb nicht nur die Tabellenposition sein. Das Team soll insgesamt den nächsten Schritt machen: konstanter werden, Schwankungen reduzieren und insbesondere lernen, enge Spiele häufiger auf die eigene Seite zu ziehen.

Gerade dort liegt nach der vergangenen Saison noch Potenzial. Die Hoppers zeigten mehrfach, dass man auch gegen Spitzenteams mithalten kann, mussten sich in verschiedenen Partien aber knapp geschlagen geben. Aus diesen Erfahrungen soll die Mannschaft lernen.

Vom Überraschungsteam zum nächsten Entwicklungsschritt

Die Ausgangslage hat sich damit innerhalb eines Jahres verändert. Vor zwölf Monaten ging GC Amicitia als weitgehend unbekannte, extrem junge Mannschaft in die Saison und wurde von vielen als möglicher Abstiegskandidat betrachtet. Heute wissen die Gegner, dass mit den Zürchern zu rechnen ist.

Das macht die Aufgabe nicht einfacher.

Gleichzeitig verfügt Trainer Werner Bösch heute über eine Mannschaft, die bereits eine gemeinsame Entwicklung durchlaufen hat und durch interessante Neuzugänge zusätzliche Qualität erhalten hat. Die Mischung aus jungen Schweizer Talenten, Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und gezielt verpflichteter Erfahrung soll die Grundlage für den nächsten Schritt bilden.

Der 39:33-Erfolg gegen Handball Stäfa ist dafür ein gelungener Anfang. Nicht mehr und nicht weniger.

Nach dem erfolgreichen Neustart im vergangenen Jahr geht es für GC Amicitia Zürich in dieser Saison darum, aus Potenzial zunehmend Konstanz zu machen, den Ligaerhalt möglichst früh zu sichern und so lange wie möglich um einen Platz in den Top 6 zu kämpfen.

Die ersten zwei Punkte dafür sind eingefahren.

Die nächsten Spiele

- Samstag, 29.08.2026: RTV 1879 Basel vs. GC Amicitia Zürich, Rankhof, 18.00 Uhr
- Mittwoch, 02.09.2026: GC Amicitia Zürich vs. Kadetten Schaffhausen, Saalsporthalle, 19.15 Uhr
- Samstag, 05.09.2026: Wacker Thun vs. GC Amicitia Zürich, Lachen, 18.00 Uhr