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23.12.2020

NLA: Kein versöhnlicher Abschluss des Handballjahrs 2020 – GC Amicitia Zürich verliert in Thun 23:31 (10:16)

GC Amicitia Zürich verliert eine emotional geführte letzte Partie des Jahres auswärts gegen Wacker Thun 23:31 (10:16) und verbringt die Festtage auf dem 9. Tabellen-Platz.

Die Weihnachtspause kommt für GC Amicitia Zürich wohl gerade rechtzeitig. Mit einer 31:23-Niederlage zum Abschluss dieses Jahres und damit bereits der vierzehnten diese Saison, einer langen Verletztenliste und den Wirren rund um die COVID-19-Pandemie tut das Durchschnaufen über die Festtage und dem spielfreien Januar sicher gut. Das sah nach diesem Spiel auch Trainer Jakub Szymanski so: «Die Zeit können wir nutzen für eine vertiefte Analyse, aber natürlich auch, dass die angeschlagenen Spieler regenerieren können.» Dabei hatte der Coach, der auch gegen Thun wegen einer Fingerverletzung aus der Partie gegen den TV Endingen nicht im Innenblock aushelfen konnte, eine durchaus ambitionierte Mannschaft erlebt. Die Zürcher begannen konzentriert, drei Paraden durch Nikola Marinovic in den Anfangsminuten schienen das nötige Selbstvertrauen für diese Partie zu geben, während sich die Thuner zusätzlich den einen oder anderen technischen Fehler leisteten. So führten die Hoppers nach 10 Minuten mit zwei Treffern (3:5).

Danach geriet der Angriff allerdings ins Stocken. Der Innenblock der Thuner unter Jubilar Stefan Huwyler (250 NLA-Spiele) arbeitete sich in die Partie rein und half Torhüter Flavio Wick, die Hälfte aller Bälle abzuwehren (10/20 zur Pause). Der Punch der Hoppers liess merklich nach, auch, weil sich das Team nicht zum ersten Mal diese Saison selber schwächte. Nach etwas mehr als 20 Minuten fasste Jorge Luis Pabán seine dritte Zweiminuten-Strafe und damit die rote Karte. Bis dahin haderten die Zürcher bereits mehrfach mit den Entscheidungen des Schiedsrichter-Duos Keiser/Rottmeier. Auch Trainer Szymanski hielt sich nicht mit Kritik zurück und handelte sich eine gelbe Karte ein. «Pabán kriegt die rote Karte für ein Foul, wo er nicht mal dabei war. Damit war unser einziger Linkshänder bereits weg, das hat uns natürlich extrem geschwächt», enervierte sich Szymanski auch nach dem Spiel noch. Tatsächlich hatte Alili Thuns von Deschwanden gefoult, nicht Pabán. Dass damit die Konzentration im Team futsch war, nutzten die Thuner für eine 16:10-Führung zur Pause.

Gute zweite Halbzeit reicht nicht für Aufholjagd

Zur zweiten Halbzeit schienen die Gemüter vorerst beruhigt, erneut startete GC Amicitia Zürich konzentriert. Aber ein erneut stark aufspielender Flavio Wick (bis zum Schluss 17/33; 52%-Quote) und später auch Marc Winkler 5/12; 42%-Quote) im Tor der Thuner und eine frühe Strafe gegen Nikola Marinovic störten erneut den Fluss. Die Zürcher liessen vorne also wieder zu viel liegen, obwohl man hinten stabiler agierte. Der inzwischen eingewechselte und stark agierende Roman Bachmann kam schliesslich auf gute 8/20 Paraden und eine 40%-Quote). Dass inzwischen auch die Thuner immer wieder mit der strengen, aber nicht immer feinfühligen Linie der Schiedsrichter haderten (Strafe gegen Jonas Dähler nach 44 Minuten wegen Schubsens an Martin Popovski), konnte GC Amicitia zwischendurch immer wieder nutzen. Nach 50 Minuten stand es aber bereits 27:17, die Partie war damit natürlich entschieden. Inzwischen hatte Trainer Jakub Szymanski mit Ralf Koller und Marc Bader frischen Kräften mehr Einsatzzeit gegönnt. Beide Jungtalente bedankten sich mit je einem Tor für die Möglichkeit, mehr NLA-Erfahrung zu sammeln. Und die Hoppers fingen sich nochmal und kamen bis in die 56. Minute immerhin bis auf sechs Treffer (22:28) heran. Näher liessen die Thuner ihre Gäste aber nicht mehr herankommen und spielten die Partie letzten Endes souverän zum 31:23 runter.

Zwischenbilanz? «Natürlich unter den Erwartungen»

Bleibt noch das Fazit zum bisherigen Eindruck, den GC Amicitia Zürich zur Winterpause hinterlässt- «Wir sind klar hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben», fasst Jakub Szymanski nach 17 Spielen die bisherige Saison mit zwei Unentschieden (HC Kriens-Luzern und HSC Suhr Aarau) und nur einem Sieg (TV Endingen) kurz und bündig zusammen. «Klar war der Umbruch bei uns im Sommer gross. Einige Spieler sind leider noch nicht so weit wie erhofft. Für die Probleme bei der Verwertung von 100-Prozent-Chancen und bei den technischen Fehlern muss ich als Trainer jetzt Lösungen finden.» Die Saison geht im Februar weiter, GC Amicitia Zürich steht also ein arbeitsamer erster Monat im neuen Jahr bevor.