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02.04.2020

NLA/Herren: Interview mit Nikola Marinovic

Hi Bobby, wie geht es Dir in diesen Tagen?
Bobby: Danke, mir geht es gut. Ein bisschen ungewöhnlich ohne Handball. Aber so ist es eben.

Wie verbringst Du aktuell die Zeit in der Lockdown Zeit?
Bobby: Es ist Familienzeit angesagt! Ich geniesse die Zeit mit meinen drei Mädels. Wir wohnen im Grünen und versuchen, so viel Zeit wie nur möglich draussen zu verbringen. Natürlich aktiv und mit Social Distancing!

Und wie sieht in dieser handballfreien Zeit Dein Training aus? Mannschaftstraining gibt es ja keines.
Bobby: Laufen und HIIT Training. Ich habe seit ein paar Jahren immer wieder, wenn es die Zeit erlaubte, mit meiner Frau gemeinsam trainiert. Sie freut sich sehr, dass ich aktuell mit ihr fast täglich trainiere. Und dann auch noch ein bisschen Handball mit meinen Töchtern.

Was hast Du empfunden, als Du erfahren hast, dass die Meisterschaft 2019/2020 per 13.03.2020 aufgrund der Corona Situation abgebrochen wird?
Bobby: Es ist natürlich ungewöhnlich, eine Saison so früh zu beenden. Aber wahrscheinlich auch richtig in so einer Ausnahmesituation. 1999 habe ich schon mal einen Saisonabbruch erlebt. Das war in Serbien im März und aufgrund der NATO Bombardierung. Es waren damals sicher andere Umstände und die Meisterschaftsbewertung war auch anders, wir spielten damals in Serbien keine Playoffs.

Playoffs. Das ist ein gutes Stichwort. Nach 5 Jahren Playoff-Abwesenheit habt ihr euch endlich wieder mal für diese qualifiziert und jetzt finden sie nicht statt...
Bobby: Ja, das tut weh. Die Vorfreude war riesig! Es ist schade, dass wir jetzt die Möglichkeit nicht haben, dieses Ambiente zu erleben. Die Playoffs sind immer sehr speziell. Zudem ist GC Amicitia Zürich gegen die Kadetten Schaffhausen immer eine interessante Affiche. Wir wären sicher der Aussenseiter gewesen. Trotzdem hätten wir die Kadetten gerne etwas geärgert. Wir waren ja auch das einzige Team in dieser Saison, das einen Punkt aus der BBC Arena entführen konnten.

Ja, das war ein Punkt, mit dem niemand gerechnet hat. Wie siehst Du die Entwicklung der Mannschaft im Verlauf der Saison 2019/2020?
Bobby: Eine positive Entwicklung ist deutlich spühr- und erkennbar. Der Trainerwechsel per Ende 2019 hat uns auch gutgetan. Wir machen viele Sachen punktuell besser, spielen dynamischer und sind stabiler geworden. Davon profitieren auch die jüngeren Spieler. Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg. Müssen aber noch konstanter werden.

Da können wir uns ja bereits jetzt auf kommende Saison freuen. Kommen wir nun zu Dir. Du bist ja mit Deinen 44 Jahren der Teamoldie und kannst auf eine lange und beeindruckende Karriere zurückblicken. Welches sind Deine Karrierehighlights?
Bobby: Ich bin sehr glücklich, dass ich noch immer auf diesem Level Handball spielen kann. Ein übergreifendes Highlight ist sicher der Fact, dass ich auf drei verschiedene Länder verteilt 8 x Meister, 4 x Cupsieger und 3 x Supercupsieger wurde. Obwohl wir einen Teamsport betreiben, sind individuelle Auszeichnungen auch immer wieder schön. In Österreich wurde ich 5 x ins All-Star Team, sowie ins All- Time-All-Star Team gewählt. In der Bundesliga habe ich es auch einmal ins All-Star Team geschafft. Zudem wurde ich in Österreich 2007 zum Handballer des Jahres gewählt.

Zudem durfte ich 169 Mal für die Österreichische Nationalmannschaft auflaufen, mit der ich an zwei Europa und drei Weltmeisterschaften teilnahm.

Was ist für Dich speziell an deiner Karriere?
Bobby: Meine Brille, mein Alter und meine Nationalmannschaftskarriere. Es gibt nicht viele, die für zwei Länder gespielt haben. So durfte ich für Jugoslawien spielen und später dann für Österreich.

Jetzt musst Du uns mal noch erklären, wie genau Du zu deinem Spitznamen «Bobby» gekommen bist.
Bobby: Als ich bei der HSG Wetzlar spielte, wurde ich umgetauft. Mein damaliger Torwartkollege war Niko Weber. Und da er schon länger im Team war, musste ich den Namen wechseln. Er und Philipp Müller haben mich dann nach einer Woche in «Bob» umgetauft, weil ich ihrer Meinung nach den gleichen verschlafenen Blick wie Bob Marley habe. Und daraus wurde dann „Bobby“. Und diesen Namen trage ich noch heute...