MenuSuche
01.01.2022

Das alles isch GC Ami: Manu Gehrig

Das alles isch GC Ami

In der Serie «Das alles isch GC Ami» stellen wir euch immer wieder interessante Persönlichkeiten und Aktualitäten aus unserem Verein vor: Von den Foxi Kids bis zu «dä Grossä» sollt ihr unseren Verein möglichst vielseitig kennen(lernen). Heute im Portrait: Manu Gehrig. Torhütertalent, ehemalige SPL-Spielerin, Zeitnehmerin und Kandidatin für den Vorstand. Sie hat unseren Verein in ihr Herz eingeschlossen, wie niemand anders. Viel Spass beim Lesen!

203 Einsätze im Schweizerischen Handballverband. Das ist die offizielle Einsatzstatistik von Manuela Gehrig. Doch die knapp 12'000 Spielminuten in den Handballhallen waren ihr nicht genug. Schon als junge Handballerin nahm die Zürcherin an der Seite ihres Vaters am Zeitnehmertisch Platz. Die Verbundenheit, die sie dadurch zu ihm spürt, ist noch heute riesig: «Gerade weil er nicht mehr da ist, ist das wohl eine der schönsten gemeinsamen Erinnerungen.»

Heute ist die 39-fache SPL-Spielerin Zeitnehmerin bei GC Amicitia Zürich und unterstützt so den Verein mit wertvoller Freiwilligenarbeit. Durch eine Verletzung beendete Manu ihre Handballkarriere und hing 2017 ihre Hallenschuhe an den Nagel. Zu ihrem aktuellen Engagement sagt sie: «Es gibt einem das Gefühl, doch noch irgendwie auf dem Spielfeld zu stehen.»

Doch von vorne: Ihre Handballreise begann Anfang der 2000er Jahre beim HC Rorbas. Weil sich keine der Mädels in ihrem Team ins Tor traute, entschied sie sich, diese Aufgabe zu übernehmen. «Mein Vater war zu Beginn davon überhaupt nicht begeistert, hat aber durch meine guten Leistungen immer mehr Sympathie mit meiner neuen Aufgabe entwickelt,» erinnert sie sich. Ihre guten Leistungen trugen dazu bei, eine «Heimmacht» zu werden und den Aufstieg in die damals höchste Juniorinnen-Liga zu schaffen: Die Inter-Klasse. Die Spiele im Dorf wurden richtiggehend zu Zuschauermagneten und begeisterten Jung und Alt. Dadurch machte die junge Torfrau weiter auf sich aufmerksam und wurde schliesslich als Torhütertalent von Stefan Oberholzer entdeckt und zu GC Amicitia Zürich geholt. Durch Doppellizenzen trug sie zum Erfolg mehrerer Mannschaften bei und fand schnell ihren Platz in der ersten Damen-Mannschaft. Obwohl sie in der Saison 11/12 teilweise verletzungsbedingt ausfiel, krönte ihre Mannschaft eine ausgezeichnete Saison mit dem ersten Tabellenrang und dem Aufstieg in die höchste Schweizer Damenliga, die SPL1. Sportlich gesehen, war dies das Highlight ihrer Spielerkarriere. Aber: «Es sind die unzähligen Aufeinandertreffen mit verschiedenen Personen, Teamkameradinnen, Trainerinnen und Eltern. Wir kämpften, gewannen und verloren zusammen und machten wertvolle Erfahrungen, welche uns auch im Berufsleben weiterbringen.»

Die gelernte Kauffrau ist heute diplomierte Marketingleiterin und trägt die Verantwortung für das Marketing sowie die Weiterentwicklungen bei Lunch-Check. In ihrer Freizeit ist sie noch immer begeisterte Handballerin und wendet viel Zeit für unseren fantastischen Sport auf. Mit dem Fanclub des Schweizerischen Handballverbandes besuchte sie 2020 die Europameisterschaft in Göteborg und unterstützte unsere Schweizer Handballnationalmannschaft in einer Phase, in der die Handballhallen aufgrund der Pandemie fast leer zu bleiben hatten. «Meine Stimme verabschiedete sich dann nach einigen Tagen, da lachen wir heute noch darüber, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Wir erinnern uns gerne an ein Interview von Andy Schmid, in welchem er schmunzelnd sagte, dass wir wohl zukünftig die Heimspiele im Ausland austragen oder den Bierkonsum in der Schweiz drastisch erhöhen sollten.» Denselben Elan bringt Manu auch in unsere Zürcher Handballtempel. Zwar unterstützt sie unsere Mannschaften nicht mit Fangesängen, ist jedoch für jedes ihrer Spiele unentbehrlich: «Ich erlebe ein Spiel teilweise ganz anders als von der Tribüne. Ich bin fokussiert auf die Spielaktionen, erlebe die Emotionen der Spieler und kann einen wertvollen Beitrag zum Ablauf des Spieles leisten. Die Teamarbeit zwischen Zeitnehmer, Liveticker und Schiedsrichtern, Delegierten sowie Speakern ist nicht weit vom Teamsport entfernt, der auf dem Spielfeld vonstatten geht.» Ausserdem freut sich die ehemalige Torhüterin bekannte Gesichter im Spielfeldbereich antreffen zu dürfen. Ein kurzer Schwatz und das Schwelgen in Erinnerungen gehöre da einfach dazu. Ihre hervorragende Arbeit brachte sie schliesslich sogar an Events des SHV. Am YellowCup überwachte sie das Resultat, die Spielzeit und die Strafminuten, war beim Nati-Spiel Schweiz gegen Dänemark als eine von wenigen live in der Halle und bekam beim Singen der Nationalhymne stets Gänsehaut.

 

Anfangs November dieses Jahres ging dann ein Event über die Bühne, der Manus Zukunft in unserem Verein mitgestalten wird – oder besser: Dessen Zukunft Manu massgeblich gestalten wird. Ein Event, der ehemalige Vereinsmitglieder wieder näher an unsere Arbeit heranführen will und das Zusammengehörigkeitsgefühl sowie den sportlichen Geist mittels Alumni-Vereinigung wieder stärken soll. Ein Event, der die diplomierte Marketingleiterin zu höheren Aufgaben innerhalb unseres Vereines empfohlen hat. Manu Gehrig wird sich kommenden Sommer an der Generalversammlung unseres Vereines zur Wahl in den Vorstand stellen.

Unser, zur Zeit, vierköpfiger Vorstand um Sektionspräsident Felix Rübel soll um die Stelle Vereinsleben & Events erweitert werden, um einen Beitrag zum Vereinsgefühl unserer Mitgliederinnen und Mitglieder beizusteuern. «Mit meiner Weiterbildung im Marketing ist das genau mein Ding», sagt sie zur Nominierung in dieses hohe Amt und ist davon überzeugt, dass es an der Zeit wäre, ihrem Verein etwas zurückzugeben. Die Farben blau und weiss sowie orange und schwarz gehörten einfach zu ihrem Leben: «Ich konnte viel von diesem Verein profitieren und lernen, es ist für mich eine Ehre, dieses Amt auszuüben.» Das angehende Vorstandsmitglied ist überzeugt, dass GC Amicitia perfekte Voraussetzungen für junge Sportlerinnen und Sportler bietet. Während die erste Herren-Mannschaft wohl für die Überraschung der Saison sorgt, ist es auch möglich, in unserer ersten Damen-Mannschaft Fortschritte zu erzielen. Obwohl die sportlichen Resultate noch ausbleiben, was sie «das zu bezahlende Lehrgeld» nennt, steigt die Attraktivität des Damen-Handballs, indem unsere jungen Cracks dem Zürcher Spitzenhandball treu bleiben und so stets kleine Schritte in Richtung Tabellenmitte machen: «So haben die jungen Spielerinnen die Möglichkeit auf viel Spielzeit und sind direkt am Erfolg unseres Vereines beteiligt. Dabei steuern sie dem Handballsport und letztendlich der eigenen Karriere einen grossen Beitrag zu. Bleibt eurem Verein erhalten, auch wenn es nicht immer einfach ist. Corona, Verletzungen, Niederlagen und manchmal auch etwas eingeschränkte Freizeit – das alles gehört zum Sport dazu, doch gemeinsam schaffen wir mehr!»

Bildlegende: Manu Gehrig beim MNLA-Spiel am Zeitnehmertisch.

Photo: Valentin Bamert