MenuSuche
04.05.2021

QHL: Playouts - Neuverfilmung eines fesselnden Krimis


Bild: Valentin Bamert

GC Amicitia Zürich verpasst das grosse Saisonziel Playoff-Qualifikation und muss gegen einen altbekannten Gegner in die Playouts: Gegen den TV Endingen haben die Hoppers bereits 2018 im Best-of-5-Modus den Klassenerhalt geschafft. Bei der Neuauflage wollen die Hoppers dieses Mal Änderungen am Drehbuch vornehmen. Ein Rück- und Ausblick.

Neuverfilmungen von Klassikern sind selten so gut wie ihre Originale. Oder fanden Sie Filme wie etwa «Ghostbusters» von 2016 besser als die «echten» Geisterjäger Bill Murray und Dan Aykroyd 1984? Eben. Einen Vorteil bieten solche Neuauflagen aber: Man kennt das Ende bereits.

Ab dem 7. Mai (jeweils live auf www.handballtv.ch) spielt GC Amicitia Zürich im Best-of-5-Modus gegen den TV Endingen. Dass sich am Resultat des «Remakes» der fast schon legendären Playout-Serie von 2018 dieses Jahr nichts ändern wird, hoffen auch die Hoppers. Damals drehten unsere Jungs einen 0:2-Rückstand in der Serie noch in ein 3:2 und sicherten sich damit den Verbleib in der NLA (heute QHL).

Dabei hätten die Verantwortlichen im Club bereits das Drehbuch für eine neue Story gehabt. So will GC Amicitia in den nächsten Jahren den Anschluss an die nationale Spitze schaffen und hat nach der Neubildung des Teams im letzten Sommer nun mit klugen Verstärkungen wie dem Ungarischen Internationalen Gábor Császár, Rückkehrer Paul Bar im Tor (ersetzt den abtretenden Routinier Nikola Marinovic) oder dem ausgeliehenen Riesentalent Mehdi Ben Romdhane für die neue Saison einen Schritt in diese Richtung getan. Den Horrorfilm Abstiegskampf hätte das bestehende Team indes selber abschalten können: Die Mannschaft erhielt mit Trainer Petr Hrachovec im Januar einen neuen Regisseur, der zuvor mit den Kadetten Schaffhausen nicht nur den heimischen Handball geprägt hatte, sondern auch im «Hollywood» der Champions League immer wieder für Aufsehen sorgte. Ein Aufwärtstrend war seither klar erkennbar, mit Siegen gegen Endingen und Basel hielt man die Hoffnungen auf den achten und letzten Playoff-Platz lange aufrecht.

Es kam anders, die Hoppers sind wieder im falschen Film, sehen sich erneut mit dem Abstiegskampf konfrontiert. «Mit dem frühen Cup-Aus (Achtelfinal gegen den BSV Bern, d. Red.) und den verpassten Playoffs haben wir die zwei Hauptziele der Saison verfehlt», gesteht Präsident Philip Hohl ein. «Zwar haben wir in den letzten Monaten grosse Fortschritte gemacht. Über die gesamte Saison gesehen haben wir uns die Playoffs aber nicht verdient.» Trotzdem sei er vom eingeschlagenen Weg überzeugt. «Unsere Strategie verfolgen wir weiter und sind überzeugt, dass mit Petr Hrachovec an der Seitenlinie und Gábor Vass als Sportchef die richtigen Leute am Ruder sind, um uns nach vorne zu bringen.»

 

Thriller im 2018 - langweiliges Drehbuch für 2021 erwünscht
Wenn es um die anstehenden Duelle mit dem TV Endingen geht, weiss Hohl, wovon er spricht, wenn er sagt: «Endingen ist auf dem Papier zwar schwächer, aber sie geben bis zur Schlusssirene nie auf!» So war es beispielsweise vergangenen Herbst, als die Hoppers auswärts zur Pause noch mit neun Toren vorne gelegen waren, das Spiel aber letztlich mit minus 2 noch verloren geben mussten. Auch die Erstausgabe der Playout-Serie im Jahr 2018 war an Spannung kaum zu überbieten. Die Surbtaler holten sich die ersten beiden Spiele deutlich und hatten in der Saalsporthalle die Chance, die Hoppers mit einem glatten 3:0 in die NLB zu schicken. Just in dem Moment, in dem Philip Hohl und sein Team den Vorstand der NLA-Abteilung von GC Amicitia Zürich übernommen hatten. Es wäre ein denkbar schlechter Start in das neue Projekt geworden. Der neue Vorstand ging geschlossen zu diesem entscheidenden Spiel, um die Mannschaft zu unterstützen. Wer Hohl kennt, weiss, wie angespannt er an «normalen» Spielen schon ist und seinen Unmut, wenn es schlecht läuft, bisweilen auch laut kundtut. Der Ansporn von der Tribüne schien zu nützen, nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit (10:10) drehten die Hoppers auf und entschieden die Partie mit 24:20 für sich. Und noch besser: Fünf Tage später konnten sie die Serie ausgleichen und sich so die «Belle», die alles entscheidende Partie, vor heimischem Publikum erstreiten. Diese fand dann ohne Neo-Präsident Hohl statt: Er weilte anlässlich seines vierzigsten Geburtstags gerade in Hamburg. Das Team von Trainer Norman Kietzmann sicherte sich aber vor knapp 1400 Zuschauern in einer von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie den Klassenerhalt mit 25:22 (12:12).

Eine Serie zum Fingernägelkauen könnte es auch dieses Jahr geben: «Wir haben grössten Respekt vor dieser Aufgabe und keiner hat das Gefühl, dass es leicht wird», sagt Sascha Schönholzer, Assistenztrainer und bereits 2018 mittendrin im Abstiegskampf mit den Hoppers. Und dies, obwohl GC Amicitia Zürich als besser klassiertes Team mit Heimvorteil in die Serie startet. «Auf dem Papier haben wir den breiteren und stärkeren Kader», sagt auch Schönholzer. Die Vorteile auf dem Papier müssen die Hoppers aber erst einmal auf die Platte bringen, Endingen sei im Gegensatz zu den Hoppers bereits von Anfang Saison an auf diesen Abstiegskampf eingestellt gewesen. Auch Präsident Philip Hohl will keine Wiederholung des Dramas der Saison 2017/18 sehen und appelliert an die Spieler: «Jeder muss sich dem Team und dem Verein nun unterordnen. Ich erwarte vom Team jetzt klar, dass sie mit allem, was sie haben, mit Herzblut reingehen und alles an den Klassenerhalt setzen.» Wenn zudem die Neuverfilmung der Serie nicht so spannend würde wie das Original von vor drei Jahren, dürfte das den Machern von GC Amicitia Zürich ziemlich egal sein – Hauptsache, am Schluss gibt es wieder ein Happy End.

Dass die Hoppers dabei auf Leistungsträger Simon Schild verzichten müssen, der sich im letzten Quali-Spiel gegen Basel das Kreuzband gerissen hatte, ist natürlich ein Nachteil. Immerhin können Albin Alili und Petr Hrachovec, die im selben Spiel mit blauer Karte vom Platz gestellt wurden, ohne weitere Strafen am Playout teilnehmen. Und dass im Heimspiel am Freitag (Anpfiff 19.00 Uhr, live auf www.handballtv.ch) auch 50 Zuschauer in der Saalsporthalle Lärm für Hoppers machen dürfen, hilft sicher auch dabei. Hol Dir jetzt dein Ticket via Anmeldung auf hello[at]gc-amicitia.ch

Wir brauchen von Dir folgende Angaben:

Name/Vorname
Adresse
PLZ/Ort
Telefonnummer (Festnetz oder Mobile)

Es gilt: Kein Einlass ohne bestätigte Anmeldung! Das Spiel wird übrigens natürlich auch wieder im Livestream auf www.handballtv.ch gezeigt. Die weiteren Spieldaten: 9./ 15. / 20. / 22. Mai 2021